Ich bin euch schon eine Weile den Artikel über das selbstgemachte Leinsamengel schuldig. Jetzt ist es endlich so weit, ich zeige euch, wie ihr das natürliche Gel ganz einfach selbst kochen könnt. Man braucht nur zwei Zutaten dafür: Wasser und Leinsamen. Und es geht ganz einfach. Das Leinsamen-Gel könnt ihr dann vielseitig verwenden und die Konsistenz und den Geruch je nach Belieben verändern. Die Natur hat einfach die besten Produkte…also ich bin begeistert. Das Leinsamengel ist natürlich geeignet für die Curly Girl Methode, denn es ist ja komplett ohne Zusatzstoffe und nur aus natürlichen Zutaten.

Leinsamengel selbst machen – Zutaten

Um das Leinsamen-Gel herzustellen, brauchst du im Grunde nur die zwei Zutaten:

  • Leinsamen (etwa 30g)
  • Wasser (etwa 250ml)

Außerdem sind folgende Utensilien nötig:

  • 1 kleiner Kochtopf
  • Kochlöffel
  • Herd
  • Feines Sieb
  • Verschließbarere Behälter für das fertige Gel

Wer sein Gel außerdem mit einem duftenden ätherischen Öl anreichern möchte, braucht ein schönes Öl (nach Geschmack), z.B.

Ferner kannst du nach Bedarf auch noch weitere pflegende Inhaltsstoffe zufügen:

  • Aloe Vera
  • Shea Butter
  • Avocado-Öl

Welches sind die richtigen Leinsamen zum Leinsamengel kochen?

Geschrotete Leinsamen eignen sich nicht zum Kochen von Leinsamengel

Beim Kauf der Leinsamen ist es wichtig, keine geschroteten zu verwenden. Zum Kochen des Leinsamengels werden die ganzen Samen benötigt. Die Leinsamen gibt es in den meisten Supermärkten oder Drogerien zu kaufen. Man kann sie aber auch wie zum Beispiel die Alnatura Leinsamen über Amazon Pantry super einfach online bestellen*.

Wie stellt man das Leinsamengel selbst her?

Rezept Leinsamengel

Leinsamen in einem Topf mit Wasser kochen bis ein Gel entsteht

  • Gib 30g Leinsamen mit 250ml Wasser in einen Topf und lasse die Mischung aufkochen.
  • Anschließend eine Weile köcheln lassen, bis eine gelartige Masse entsteht (mindestens 4 Minuten).
  • Dabei immer Rühren und das Gel nicht zu fest werden lassen, dann kann man es nämlich nicht mehr durch das Sieb drücken.

Achtung: Beim Aufkochen schäumen die Leinsamen ganz sehr aus. Also sollte die Topfgröße nicht zu knapp gewählt werden.

  • Wer einen besonderen Duft haben möchte, gibt 1 bis 2 Tropfen ätherisches Öl hinzu. Das Gel ist an sich relativ geruchsneutral, obwohl es beim Aufkochen leicht fischig riecht (wegen der Omega-3-Fettsäuren).
  • Hat das Leinsamen-Gel die gewünschte Konsistenz erreicht, SCHNELL durch ein feinmaschiges Sieb drücken und das Gel in einen verschließbaren Behälter füllen.
  • Die Leinsamen kannst du im Kühlschrank noch aufheben und mindestens ein weiteres Mal aufkochen.
Leinsamengel durch ein Sieb drücken

Die gekochten Leinsamen schnell durch ein Sieb geben und bei Bedarf mit einem Tropfen ätherischem Öl verfeinern

Wie wendet man Leinsamengel an, um Locken zu definieren?

Um deine Locken mit dem Leinsamen-Gel zu definieren, knetest du eine großzügige Portion nach der Haarwäsche in das klatschnasse Haar (noch nicht abtrocknen). Je nach Länge brauchst du bestimmt eine Portion von 1 bis 2 Kastaniengrößen. Achtung, das ist am Anfang irgendwie alles eine sehr schleimige und schmierige Angelegenheit. Aber mit etwas Übung hat man den Dreh schnell raus.

Die Anwendung des Leinsamen-Gels ist am Anfang etwas ungewohnt und ein bisschen schmierig und schleimig. Lass dich davon aber nicht abschrecken.

Danach lässt du deine Haare wie gewohnt trocknen oder nutzt einen Diffusor, um sie trocken zu föhnen. In der Regel bildet sich dann ein Gelfilm bzw. Gelcast, der die einzelnen Strähnen umschließt. Wenn dir das nicht gefällt, knetest du diesen einfach aus und du hast danach richtig schön natürliche Locken.

Wie lange ist das selbstgemachte Leinsamengel haltbar?


Das selbstgemachte Leinsamengel kannst du in einem Cremetiegel bis zu 14 Tagen im Kühlschrank aufbewahren. Ungekühlt allerdings deutlich kürzer. Achte einfach auf das Aussehen und den Geruch des Gels. Wenn es dir komisch vorkommt, dann schütte es lieber weg und mache dir ein neues Gel.
Du kannst das Leinsamen-Gel übrigens auch einfrieren. Praktisch ist es zum Beispiel, dafür eine Eiswürfelform zu nutzen. Allerdings musst du dann rechtzeitig dran denken, das Gel vor dem Haarewaschen auftauen zu lassen. Angeblich kann man es aber auch in der Mikrowelle erwärmen, das kann ich nicht bestätigen, da ich keine Mikrowelle besitze.

Wie wirkt das selbstgemachte Leinsamengel?

Leinsamen enthalten Schleimstoffe. Diese lösen sich beim Kochen und sorgen für die gelartige Konsistenz. Dieses Gel legt sich um die Locken, versorgt diese mit Feuchtigkeit und härtet beim Trocknen aus. So bleiben sie in Form und haben durch das getrocknete Gel Halt. Dabei versorgen die Leinsamen die Haare mit Nährstoffen wie Vitaminen, Omega-3-Fettsäure

Wenn die Leinsamen als Spülung angewendet werden, dann sorgen sie für richtig glänzendes Haar mit viel Griffigkeit. Die Spülung ist gut gegen Spliss und Frizz.

Kann man Leinsamengel auch fertig kaufen?

Ein reines Leinsamengel zum Kaufen habe ich leider nicht gefunden. Es gibt aber Produkte, die Leinsamen-Extrakt oder Leinsamen-Öl als Inhaltsstoff haben, also auf die gleiche Wirkung setzen.In den Inhaltsstoffen erkennt ihr Leinsamen an dieser Bezeichnung: Linum Usitatissimum (Seed Oil/Öl/Extrakt). Das Lockenverstärker-Gel von Aunt Jackie’s * enthält beispielsweise Leinsamen-Öl:

Leinsamengel im Test

Auf dem Bild seht ihr mich nachdem ich meine Haare über Nacht mit Leinsamen-Gel trocknen lassen habe. Ich muss sagen, dass ich echt begeistert bin von dem Ergebnis. Die Haare sind echt total weich und die Locken haben sich wirklich schön gelegt. Sie locken sich sogar schon relativ weit oben, was ich sonst aufgrund der Länge kaum mehr hinbekomme. Am zweiten Tag, nachdem ich mit einem lockeren Dutt geschlafen habe, sind die Locken sogar noch fester geworden und sehen noch schön aus, ohne auffrischen.
Finde allerdings die Anwendung des Gels etwas gewöhnungbedürftig. Mir ist natürlich gleich mal das Gläschen mit dem Gel heruntergefallen und die ganze glibberige Masse hat sich in der Badewanne verteilt….Und ich finde es nicht ganz einfach, es in den Haare zu verteilen, weil es sehr glibberig ist. Man muss wirklich eine ordentliche Menge nehmen und die dann richtig in die tropfnassen Haare einkneten. Am besten kopfüber über der Badewanne, weil dann einiges heruntertropft.

Testergebnis Leinsamengel

Haarpflege mit Leinsamen: Leinsamen-Spülung

Leinsamen kannst du auch als Conditioner bzw. Spülung verwenden (auch bei glatten Haaren). Dafür nimmst du entweder dein Gel und rührst es mit etwas zusätzlichem Wasser wieder flüssiger. Oder du stellst einen extra Leinsamen-Conditioner / Leinsamen-Spülung her, indem du Leinsamen mit kochendem Wasser aufbrühst und ziehen lässt:

  • 1 EL Leinsamen mit
  • 500ml kochendem Wasser übergießen
  • und mehrere Stunden (am besten über Nacht) ziehen lassen.

Die Mischung anschließend ebenfalls durch ein feines Sieb laufen lassen.
Den Leinsamen-Conditioner gibst du dann einfach nach der Haarwäsche über deine Haare. Auswaschen musst du die Spülung aus Leinsamen nicht. Die Haare werden davon wirklich richtig schön weich.

Wie du siehst, Leinsamen sind in der Haarpflege vielseitig einsetzbar. Mit den Mengenverhältnissen kannst du gerne ein bisschen herumprobieren. Das ist auch ein bisschen eine Geschmacksfrage.

Viel Spaß beim Ausprobieren.